Warum mach ich das eigentlich? Oder: Ein Liebesbrief an unsere PartnerInnen

Warum mach ich das eigentlich? Oder: Ein Liebesbrief an unsere PartnerInnen

von Erika Büttner

stEFFIE ist eine große Luftblase die nur dazu dient, uns OrganisatorInnen und Beteiligten das Gefühl zu geben, irgendetwas halbwegs sinnvolles getan zu haben und dabei ‘cool’ zu sein. Menschen, die was für Flüchtlinge, Armutsbekämpfung, Missbrauchsopfer oder Tiermisshandlung tun, DIE tun was wirklich Relevantes.

Das ist zumindest manchmal mein Gefühl gewesen, wenn ich mich gefragt habe warum ich stEFFIE eigentlich mache. Macht das wirklich Sinn oder mach ich das alles nur aus purem Egoismus? Oft genug hab ich mir die Frage gestellt, und wenn ich wirklich, wirklich ehrlich hingeschaut habe, war die Antwort immer dieselbe: Ich will eigentlich niemandem helfen. Ich mach das nur für mich. Uff. Ganz schön bitter für jemanden, der eigentlich ein Helfersyndrom hat und seit Jahren ehrenamtlich mit anderen einen Verein leitet, der Kreatives und Soziales verbindet.

Und genau in diesem Moment der Selbstkasteiung fängt eine Schleife in meinem Kopf an.
Jedes Mal. Und die geht in etwa so:

Verdammt, warum mach ich stEFFIE eigentlich? Um die Bildungsbewegung voranzutreiben. Ernsthaft? Glaub ich echt, dass die gerade MICH braucht um vorangetrieben zu werden? Und woher will ich wissen, dass die überhaupt vorangetrieben werden muss oder will? Das ist Blödsinn! Warum mach ich’s wirklich? Ok… Ich mach stEFFIE nur für mich. Warum?

Weil ich in den letzten Jahren durch viele Zufälle so viele Menschen kennengelernt habe, die Großartiges im Bildungsbereich bewegen und ich einfach will, dass sie gesehen werden.
Weil ich gerne unter diesen Leuten bin, die was bewegen, was verändern, anders sind. Die Dinge hinterfragen und neu denken, ehrlich hinschauen.
Weil ich mich unter diesen Leuten zu Hause fühle.
Weil ich gerne noch mehr solche Leute kennenlernen würde.
Weil ich am Liebsten bei all ihren Projekten mitarbeiten würde, aber das nicht geht und deshalb will ich sie zumindest einmal im Jahr gesammelt um mich haben und mit ihnen feiern.
Weil sie mich inspirieren und motivieren, weiter zu machen.
Weil ich schon vor mir sehe, wie sie sich untereinander vernetzen und sich bereichern und das macht mir Spaß!
Weil ich durch unser Projekt und die Projekte unserer PartnerInnen zeigen will, dass alles möglich ist. Dass das Argument ‘Aber das geht doch nicht!’ vollkommener Schwachsinn ist.
Weil ich am Liebsten will, dass alle, alle angesteckt werden von dieser Zuversicht und diesem Engagement.
Weil ich mich selbst als Projektentwicklerin, Forscherin und Erfindern sehe und was gibt es da Spannenderes als ein Haufen Menschen mit ähnlichen Eigenschaften aber komplett anderen Erfahrungen und Hintergründen zu treffen und von und mit ihnen zu lernen.

Ich mache das also nur für mich? Jep. Ich mach mir die Welt, widewide wie sie mir gefällt. Und das ist der allerbeste Anfang. Denn wenn es mich inspiriert, mir gut tut, mich glücklich macht und mir wertvolle Lernerfahrungen gibt, ist die Chance sehr hoch, dass es auch anderen Raum dafür gibt. Ahh was für eine Erleichterung. Indem ich also auf mich achte, gebe ich anderen Raum, auch auf sich zu achten. Ein (gesunder) Egoismus kann also gleichzeitig auch ein (gesunder) Altruismus sein? Thema Egoismus – vorläufig geklärt.

Es gibt Menschen, die arbeiten an der Basis und betreiben unglaubliche Hilfsprojekte, um unsere Missstände aufzufangen. Unsere Aufgabe ist glaube ich eine andere. Eine ergänzende. Unsere ist es, in die Zukunft zu blicken und Möglichkeiten zu zeigen. Thema Sinn – vorläufig geklärt.

Und warum muss man dabei ‘cool’ sein wollen?
Weil man’s kann. Bäm. 😀

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